Presse



Wohnen mit der eigenen Pflegerin: 91-Jährige wird von Osteuropäerin betreut

Wie eine fremde Polin zum Familienmitglied wurde

Presseartikel 18.September 2016

31 Jahre trennen die beiden Frauen, sie kommen aus

zwei verschiedenen Ländern, und ihre Muttersprache ist nicht die selbe.

Doch wer die zwei dasitzen sieht  wie sie sich immer wieder den Arm tätscheln

und anlächeln, der erkennt: Die zwei verstehen sich blendend.

Die ältere von beiden heißt Ingeborg S. und ist 91Jahre alt. Die jüngere ist Grazyna G. ihre polnische Pflegerin und Mitbewohnerin auf Zeit.

 

Seit acht Monaten sind Ingeborg S. und Grazyna G.ein eingespieltes Team.

Sie gestalten ihren Alltag, sie haben ihre Rituale. Gegen sechs Uhr morgens beginnt

für beide der Tag. Die Pflegerin hilft der älteren Dame bei der Körperpflege und beim Anziehen. Dann trinken beide Kaffee und frühstücken.Grazyna bringt mir die Zeitung, und ich versuche, das Rätsel zu lösen“, berichtet Ingeborg S.

Später macht Grazyna dann den Haushalt, fängt an zu kochen. „Ich sitze dann da so rum“, spaßt die 91-Jährige. Sie habe gerade eine neue Handarbeit angefangen:

Eine Weihnachtsdecke wird bestickt.

Manchmal übe sie Klavier oder schreibe einer Schulfreundin aus Hannover.

Nach dem Mittagessen hat Grazyna G. zwei Stunden für sich.

Meistens zieht sie sich auf ihr Zimmer zurück, setzt sich an den Computer

und skypt mit ihrer Familie in Polen.

Nach dem Kaffeetrinken steht ab und zu ein kleiner Spaziergang auf dem Programm.

Oder wir rauchen eine“, gesteht Grazyna G. und beide Frauen lachen verschmitzt.

Hin und wieder läuft auch etwas Gutes im Fernsehen.„Wir schauen gerade,

"Wer weiß denn sowas?‘ ̈– das ist zum Kaputtlachen“,meint Ingeborg S.

Dann ist auch schon wieder Abendbrotzeit. Zwischendurch kommt noch der Pflegedienst, denn Grazyna ist keine Pflegefachkraft.

Nicht zu vergessen die Familie: Tochter,Söhne, Schwiegertochter, Enkel

alle sind präsent, teilen sich zudem die Aufgaben wie Großeinkauf, Gartenarbeit oder Papierkram.

„Oft ist die Familie zu Besuch“, ruft Grazyna mit gespieltem Ärger,wieder wird gelacht.

Dass es noch einmal so gut läuft, war nicht immer abzusehen.

Als Ingeborg S. nach einem Schlaganfall zum Pflegefall wurde, sah die Lage nicht gut aus, wie Tochter Astrid W.und Schwiegertochter Britta berichten.

„Als meine Mutter im Krankenhaus war, haben wir überlegt, was danach passiert“,

blickt Astrid W. zurück.

Bekannte hätten den Tipp mit der 24-Stunden-Pflege SeniorenAnker von Beata Bajda gegeben. Die gebürtige Polin und gelernte Krankenschwester vermittelt mit ihrer Bremerhavener Agentur Betreuungskräfte aus Osteuropa nach Deutschland. 40 Stunden-Woche, Mindestlohn und verbindliche Verträge seien Voraussetzung, sagt Beata Bajda.

200 Mitarbeiter hat sie im Bundesgebiet, davon 30 in Bremerhaven und umzu.

Wir hatten Sorge, wie Mutti auf die fremde Person im Haus reagiert“,

blicken Tochter und Schwiegertochter zurück.

Die Bedenken seien schnell zerstreut worden. „Man muss sich an die Situation gewöhnen, aber wir haben uns gleich verstanden“, sagt Ingeborg S.

„Wir haben ein neues Familienmitglied“, meint Britta S.

 

Astrid-W. ist sich sicher: „Dass es Mutti wieder so gut geht,

haben wir Grazyna zu verdanken.“



Seniorenbetreuung aus Polen

„Marzena ist meine Perle“ Pflegepersonal aus Polen

Presseartikel in der Nordsee Zeitung vom 10.11.2014

 

24 Stunden Betreuung  in den eigenen vier Wänden. Was für viele alte Menschen wie ein schöner Traum klingt, kann durchaus Wirklichkeit werden. Beata Bajda vermittelt polnische Pflege- und Betreuungskräfte in Bremerhaven und umzu. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU macht es möglich. Beata Bajdas Philosophie dabei: „Das beste Pflegeheim ist das eigene Heim.“

Der Kuchen ist frisch gebacken, der Kaffeetisch schön gedeckt, auf dem Herd köchelt das Mittagessen vor sich hin. „Marzena ist meine Perle“, sagt Hartmut B. (Name geändert). Seit März arbeitet und lebt die Polin bei dem 78-Jährigen. Nach dem Tod seiner Frau Anfang des Jahres wurde es für den Rentner zunehmend schwieriger, alleine in seinem Haus im Kreis Cuxhaven zu leben. Seit einem Unfall auf dem Golfplatz vor einigen Jahren leidet er unter Lähmungserscheinungen in den Beinen – seit einiger Zeit hat er schon Pflegestufe 2. Die Unterstützung des ambulanten Pflegedienstes, die er seit Jahren in Anspruch nimmt, reichte irgendwann nicht mehr aus. „Die Besuche wurden immer kürzer und immer teurer – das kann es nicht sein“, sagt er.

In der Zeitung sah er dann eine Anzeige von Beata Bajda und ihrer Pflegevermittlung „Senioren-Anker“. Nach einem ausführlichen Vorgespräch wagte er den Schritt und ließ sich auf das Experiment ein. „Ich habe es nie bereut – Marzena sieht hübsch aus und kümmert sich gut um mich – was will ich mehr“, sagt er und lacht.

Beata Bajda hat viele Jahre als examinierte Krankenschwester selbst mit dem Schwerpunkt Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege gearbeitet. Doch irgendwann konnte und wollte sie das System der Minutenpflege nicht mehr mittragen und machte sich mit der Pflegevermittlung selbstständig.
Eines ist Beata Bajda dabei wichtig: Sie möchte kein schlechtes Wort über die Kollegen von den ambulanten Pflegediensten verlieren. „Die Vorgaben macht die Politik – die Pflegekräfte können nichts dafür, sie sind selbst oft unglücklich damit.“ Nicht zuletzt wegen der schwierigen Bedingungen fehlten in Deutschland bereits jetzt Pflegekräfte. „Mit meiner Pflegevermittlung mache ich ein weiteres Angebot“, sagt sie. Dabei setzt sie im Übrigen auch auf eine Zusammenarbeit mit den hiesigen Pflegediensten. „Dieser Pflegemix führt dann zu einer ganzheitlichen Versorgung“, sagt sie. Die polnischen Kräfte, die sie vermittelt, schult sie regelmäßig selber in der Pflege und hilft auch beim Deutschlernen. „Natürlich ist gerade zu Anfang oft eine gewisse Sprachbarriere da, aber das wird mit der Zeit immer besser“, so Beata Bajda.

Die Kosten für eine polnische Pflege- oder Betreuungskraft liegen bei 1900  Euro im Monat. Nicht ganz günstig, aber im Vergleich zu den Kosten eines Heimplatzes für manchen doch attraktiv. Dennoch ist klar: „Das, was wir bieten, ist Luxus“, sagt Beata Bajda. Denn schließlich habe die Betreuungskraft gewissermaßen eine 24-Stunden-Bereitschaft. Allerdings, und das betont die Pflegevermittlerin, gebe es natürlich auch freie Zeiten und freie Tage. 

Was früher nicht selten in Schwarzarbeit stattfand, ist durch die seit 2011 geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU längst ein akzeptiertes und legales Modell. Die Mitarbeiterinnen, die vermittelt werden, haben Verträge, sind sozial- und krankenversichert.

Für die gelernte Verkäuferin Marzena Wojak ist es der erste Job in Deutschland. Den Schritt hat sie nicht bereut. Im Urlaub fährt sie immer mehrere Wochen in ihre Heimat – in der Zwischenzeit kommt eine Kollegin zur Vertretung. Zum Problem ist die große Entfernung für die 46-Jährige bislang nicht geworden. Ihre eigenen Kinder sind ohnehin aus dem Haus, und zu Ostern kam ihre Tochter sie besuchen – sie durfte ebenfalls bei Hartmut B. wohnen. „Das geht natürlich nur, wenn ein Vertrauensverhältnis besteht“, sagt Beata Bajda. Dies sei ohnehin das Entscheidende.

Für Hartmut B. war es etwa wichtig, dass ihn seine Betreuungskraft nicht nur bei der Körperpflege und beim Anziehen unterstützt, sondern auch den Haushalt führt und Auto fahren kann.

Denn Hartmut B. wohnt auf dem Land, Einkäufe oder Arztbesuche ohne Auto sind fast unmöglich. 

 

Die Betreuungskräfte sollen einen eigenen Bereich haben, in dem sie auch mal ungestört sind.

Bei Hartmut B. ist das gegeben. Marzena Wojak steht das Dachgeschoss des Hauses zur Verfügung, dort verbringt sie auch gerne ihre Abende. „Am liebsten am Computer“, sagt sie und lacht. Das ist ein Punkt, der Beata Bajda wichtig ist. „Die Rahmenbedingungen müssen so sein, dass für beide Seiten ein längerfristiges, angenehmes Zusammenleben und -arbeiten möglich ist."

Hier müsse ein Ausgleich zwischen den Wünschen beider Parteien gefunden werden.

„Ich habe eine Fürsorgepflicht für beide Seiten“, betont sie.

Hartmut B. hat seine Entscheidung bislang nie bereut. Nur einen Wunsch hat er an seine „Perle Marzena“ für die Zukunft, wie er mit Augenzwinkern verrät. Er möchte sich gerne noch mehr mit ihr unterhalten und hofft, dass sie ihre Deutschkenntnisse weiter ausbaut. Im Gespräch mit Beata Bajda wird hierfür gleich eine Idee entwickelt. Künftig wollen beide versuchen, neben dem gemeinsamen Frühstück eine Zeit zusätzlich am Tag zu finden, in der sie sich austauschen. 


Radio-Sendebericht über Senioren-Anker

 

Sendezeit: 22. April 2014, 14:16 Uhr
Autor: Godehard Weyerer
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Deutschland heute
Länge: 04:34 Minuten

Jetzt mp3 Radio Sendebericht anhören!


Pflegevermittlung aus Polen / 24 Stunden Betreuungskräfte: Liebevolle Betreuung daheim - Wir bieten die günstige Alternative zum Pflegeheim.

Nachdem meine Geschäftsidee am 20.10.2013 im Sonntagsjournal Bremerhaven öffentlich vorgestellt wurde, begann eine rege Diskussion über das Thema Pflegevermittlung. Ich möchte für Sie gerne transparent sein und keiner Diskussion aus dem Weg gehen. Deshalb habe ich mich entschlossen, die bisher erschienen Beiträge aus der Presse hier zu veröffentlichen. Gerne stehe ich Ihnen jederzeit für ein klärendes Gespräch zur Verfügung und beantworte gerne Ihre Fragen.

Es gab jede Menge positive Rückmeldungen meiner neuen Kunden, die dieses Betreuungsmodell bereits in Anspruch genommen haben. Es gab aber auch Menschen, die über dieses Geschäftsmodell empört waren.



Legale Altenpflege aus Polen

Ich möchte durch diese öffentliche Diskussion und im Gespräch mit den Menschen aufzeigen, dass sie das Recht haben, selbst zu entscheiden, wie oder von wem sie in ihrem eigenen Zuhause betreut werden. Gute Pflege ist meiner Meinung nach ein Menschenrecht!


Debatte um Pflege-Import

Nachdem ich mich selber noch einmal mit meiner Firma am 17.11.2013 vorgestellt hatte, gab es viele zustimmende und positive Anrufe. Ich stellte auch noch einmal die aktuellen Richtlinien bei Vermittlungen vor, um weiteren Mißverständnissen aus dem Weg zu gehen.

Das vorläufige Ende der Diskussion scheint der Artikel "Debatte um Pflege-Import" vom 24.11.2013 im Sonntagsjournal Bremerhaven zu sein. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei dem Sonntagsjournal für die objektive Berichterstattung zu diesem Thema bedanken.


Fragebogen-online



Kosten



Kontakt